Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen e.V.

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Evangelische Kirche tritt Bündnis gegen Homophobie bei

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Der Pressespiegel wird automatisch vom LSVD angelegt. Die Artikel geben nicht unbedingt die Meinung des BEFAH e. V. wider; Zur Zeit der Verlinkung waren keine illegalen Inhalte festzustellen, daher distanzieren wir uns von den Inhalten aller gelinkten /verknüpften Seiten, die nach der Linksetzung verändert wurden. Siehe auch Impressum

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AKTIONSBÜNDNIS GEGEN HOMOPHOBIE E.V.

zum Internationalen Coming Out Day 2011

Als vor nicht einmal vier Wochen der 14jährige Jamey Rodemeyer in den Vereinigten Staaten von Amerika nach Jahren des Mobbing durch Mitschüler und andere Jugendliche aufgrund seiner sexuellen Orientierung schließlich Selbstmord beging, waren viele Menschen rund um den Globus berechtigterweise bestürzt. Auch in Deutschland berichteten Zeitungen und Fernsehsender über das tragische Schicksal des jungen Schwulen, der in seiner Verzweiflung sein Leben nicht mehr als lebenswert empfand.

Vor dem Hintergrund dieser Tragödie und anlässlich des heutigen Internationalen Coming Out Day fordert das Aktionsbündnis gegen Homophobie mutiges Handeln von Verantwortlichen insbesondere aus Politik, Bildung und Sport, damit auch die in Deutschland tagtäglich stattfindenden Diskriminierungen von jungen Menschen aufgrund ihrer wahren oder vermuteten sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität endlich ein Ende finden. Denn das Schicksal von Jamey ist leider kein trauriger Einzelfall, was eine bis zu vierfach erhöhte Selbstmordrate unter queeren Jugendlichen im Vergleich zu ihren heterosexuellen Peers deutlich vor Augen führt.

Unabhängig von den gesellschaftlichen Fortschritten und der immer weiter voranschreitenden rechtlichen Gleichstellung von Lesben und Schwulen in Deutschland, hat sich die Situation für viele queere Jugendliche bisher kaum verbessert. Insbesondere in den Bildungseinrichtungen existiert in der Regel kein realer Schutz. Dabei erhalten die Opfer oftmals nicht einmal Beistand von Seiten des Lehrpersonals, obwohl glücklicherweise immer mehr Bundesländer Richtlinien erlassen, in denen das Lehrpersonal explizit zum Eingreifen in solchen Situationen verpflichtet wird. Von einer Umsetzung im Alltag spüren viele Jugendliche jedoch überhaupt nichts. Dabei wäre es an vielen
Stellen so leicht, die Situation nachhaltig zu verbessern – z.B. wenn es nicht einfach unkommentiert bleiben würde, wenn „schwul“ als Schimpfwort missbraucht wird.

Wir fordern deshalb alle dazu auf, nicht wegzuschauen, wegzuhören oder tatenlos zu bleiben, wenn homophobe oder transphobe Diskriminierung im eigenen Umfeld geschieht. Wenn mehr Menschen ihr eigenes Coming Out als Anwalt für die Rechte queerer Jugendlicher hätten, dann
würde sich schnell viel zum Guten wenden und Nachrichten über Selbstmorde aufgrund von Mobbing würden endlich der Vergangenheit angehören.

Sören Landmann, Dominic Harion und Christian Thiede
Vorstand des Aktionsbündnis gegen Homophobie e.V.

Rezension - Wenn Kinder anders fühlen

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Ein Ratgeber für Eltern ISBN 978-3-497-02216-8
Ernst Reinhardt Verlag 2011 248 Seiten

Was sollen Eltern tun, wenn ihr sechsjähriger Sohn plötzlich im Kleid zur Schule gehen will oder die kleine Tochter eines Morgens sagt: ich heiße nicht Lea, ich heiße Paul und bin ein Junge!? Eltern, die im Zusammenleben mit ihren Kindern solche und ähnliche Szenen erleben, sind zunächst verunsichert. Und wenn sie spüren, dass dieses Verhalten keine vorübergehende Phase ist und mit Spaß am Verkleiden offensichtlich nichts zu tun hat, dann stehen die Gefühle Kopf. Die Frage drängt nach vorn: Was ist mit meinem Kind? Ist mein Kind etwa
transident?

Das Buch von Stephanie Brill und Rachel Pepper ist ein wunderbarer, kompetenter Ratgeber für Eltern und alle, die in Kita und Schule mit Kindern zu tun haben. Der sehr übersichtliche Aufbau des Buches lässt es leicht zu einem hilfreichen Nachschlagewerk werden. Sachlich und informativ klärt es darüber auf was transident-Sein ist und was es bedeutet.

In acht Kapiteln wird kompetent und einfühlsam das Thema Transidentität von allen Seiten beleuchtet, von der Ich-Entwicklung über Abwehr und Annahme, den Schwierigkeiten dieser Kinder in der Gesellschaft. Ebenso werden medizinische und juristische Fragen geklärt. An Beispielen und Erfahrungsberichten wird in den acht Kapiteln über die Lebenswirklichkeit transidenter Kinder berichtet. Den Autorinnen gelingt es, die Leserinnen und Leser teilhaben bzu lassen an vielen Schicksalen. Sie öffnen die Augen und werben für Annahme und Akzeptanz. Das ist ein besonderes Verdienst dieses Buches. Es verschweigt nicht die verschiedenen Anfeindungen und das Unverständnis der Außenwelt, die eine Familie erlebt, wenn ihr Kind nicht der Norm entspricht. Die beiden Verfasserinnen nehmen die häufigsten Elternfragen ernst: „Was habe ich falsch gemacht? Ist mein Kind krank? Was sage ich den Nachbarn und wie geht das in der Schule?“ An Hand sehr vieler Beispiele und Berichten von Eltern und Kindern erfahren wir von den Ablehnungen und dem Unverständnis denen diese Kinder in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind - aber auch, wie mutig und stark viele Eltern diesen Verletzungen begegnen, wenn sie sich auf die Seite ihres Kindes stellen. Das Buch macht deutlich, wie menschenverachtend eine Gesellschaft wird, wenn sie Minderheiten ignoriert oder deren andersartige Lebenswelt nicht erkennt, zum Beispiel die ungerechte Zurechtweisung eines transidenten Kindes in der Schule, weil es nach Meinung aller anderen die falsche Toilette benutzt. Wir erfahren, welche einfachen Lösungen sich Schulleitungen einfallen lassen, wenn sie sich dem Problem stellen.

Das große Verdienst der beiden Autorinnen jedoch ist, dass sie den Leserinnen und Lesern den Blick öffnen für die Vielfalt und Buntheit des Lebens. Und sie werben dafür, sich aus der starren Einteilung Junge/Mädchen zu befreien. Ich wünsche dem Buch eine große Leserschaft! „Wenn Kinder anders fühlen „ heißt der Titel und das e in dem Wort „anders“ ist verkehrt herum geschrieben. Leicht zu übersehen - und nach der Lektüre dieses Buches stelle ich erschreckt fest, dass nicht nur ein verkehrtes "e" leicht übersehen wird, sondern ein Mensch.

Ich bin dankbar dafür, dass der Ernst Reinhardt Verlag dieses Thema in sein Programm aufgenommen hat.
(Gudrun Held)

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BET Reader

Der Reader vom letzten BET ist fertig. Interessierte können diesen hier als PDF-Datei herunterladen

Wir wollen etwas bewegen!

  1. Engagement in der politischen Öffentlichkeit
  2. Es gibt auch Eltern, die sich in der politischen Öffentlichkeit dagegen wehren, dass ihre Kinder und mit ihnen sie selbst diskriminiert werden. Diese Eltern haben sich 1997 zum Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen e. V. (BEFAH) zusammengeschlossen. Dieser Verband sorgt neben der Vernetzung der verschiedenen Eltern-Selbsthilfegruppen dafür, dass Eltern von Lesben und Schwulen auch in der politischen Öffentlichkeit immer mehr präsent sind. Er setzt sich z.B. für die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule ein, bringt die Stimme der Eltern in den politischen Verhandlungen zu Gehör, tritt in den Medien auf und unterstützt Aktionen der Lesben- und Schwulenverbände. Die Eltern machen auch in ihren Kirchen deutlich, dass sie zu ihren lesbischen und schwulen Kindern stehen und sich gegen ihre Ausgrenzung in den Gemeinden wehren. Durch Briefe an einzelne Politiker versuchen sie ebenfalls, politisch Einfluss zu nehmen.

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